Logo Telefonseelsorge in Ulm
beratung im internet und telefonisch unter 0800 1110111 und 0800 1110222
Logo Gesichter ---
---

ethik und recht

Diese Seite enthält Auszüge aus dem Qualitätsmanagement-Handbuch der Telefonseelsorge Ulm/Neu-Ulm, zum Thema “Ethik und Recht”

inhalt

 

Die Arbeit der Telefonseelsorge basiert auf dem christlichen Menschenbild. Aus ihm erwachsen Wertvorstellungen von Würde, Autonomie und Verantwortung. Für die Arbeit der Telefonseelsorge sind diese Orientierungen prägend.

1. allgemeine ethische grundsätze im umgang mit anrufenden

Das christliche Menschenbild, Haltungen sowie Glaubensorientierungen werden an verschiedenen Stellen diskutiert und zum Thema gemacht. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den allgemeinen ethischen Grundsätzen im Umgang mit Anrufenden findet in der Ausbildung und Fortbildung der Mitarbeitenden und in fakultativen Angeboten statt.

Eventuelle Vereinbarungen zwischen Mitarbeitenden und Kontakt Suchenden beziehen sich nur auf die seelsorgerische Arbeit am Telefon bzw. im Internet.

Persönliche Kontakte können von den ehrenamtlich Mitarbeitenden nicht oder nur in Ausnahmefällen mit Rücksprache der Leitung getroffen werden.

3. schutz der anrufenden: schweigepflicht

In Beratungs- und seelsorgerischen Kontakten offenbaren  die Anrufenden sehr persönliche und vertrauliche Informationen. Es besteht eine allgemeine Schweigepflicht.

Dennoch bedürfen die Beratenden zu ihrer Arbeit der Unterstützung durch kollegiale Fallbesprechung und Supervision, in denen Inhalte der Gespräche offengelegt werden. Dabei muss der Persönlichkeitsschutz der Anrufenden gewährleistet bleiben. Dies gilt ebenso für die Kontakte in der Internetarbeit.

5. ethische aspekte der öffentlichkeitsarbeit

Mit der von der Telefonseelsorge geführten Öffentlichkeitsarbeit werden mögliche Anrufende und Mailer sowie kooperierende Einrichtungen, Kommunen, Sponsoren usw. über die Arbeit und die Angebote von Telefonseelsorge informiert. Das christliche Menschenbild ist dabei als Basis und Auftrag unserer Arbeit transparent zu machen.

Die ständige Veränderung der Medienlandschaft und des Verhaltens der Anrufer und Mailer erfordert eine fortlaufende Aktualisierung der Darstellungsplattformen in der Öffentlichkeit. Dabei sollten auch die Grenzen der Arbeit thematisiert werden.

6. umgang mit informationen aus ethisch-rechtlichen grenzsituationen

In der Arbeit der Telefonseelsorge am Telefon oder im Internet können Mitarbeitende immer wieder Informationen erhalten, die ein Tätigwerden über die eigentliche Arbeit hinaus nahe legen. Insbesondere bei Kontakten mit Menschen in Krisen (v.a. Suizidabsichten, geplante Straftaten) stellt sich die Frage, ob bewusst gegen die Schweigepflicht verstoßen werden soll, um höherwertigere Rechtsgüter (wie z.B. Leben und Gesundheit) zu schützen.

Wie in einer solchen Situation, vielleicht auch unter erheblichem Zeitdruck, reagiert werden soll, kann nicht allgemein vorher festgelegt werden. Es ist aber möglich und erforderlich – insbesondere in der Ausbildung, aber auch in der Supervisionsarbeit – solche Grenzfälle zu thematisieren. Zudem wurden zu einzelnen Schwerpunktfragestellungen Merkblätter erstellt, die allgemein und im Krisenfall eine Hilfestellung geben können. Es sind dies:

  • Ankündigung eines Suizids
  • Ankündigung von Straftaten
  • Anfragen von Polizei und Staatsanwaltschaft
  • Kenntnisse von Not- oder Unglücksfällen.

Telefonseelsorge Ulm/Neu-Ulm - Postfach 4070 - D 89030 Ulm   Stand: 22.02.2004

[home] [aktuell] [wir] [angebot] [kontakt] [mitarbeit]

[Impressum] [Index-Suche]